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Titel: Michel Fichant: Wie (nicht) Leibnizianer sein?
Beginn: 11.11.2021 19:00
Karte: Bei Google Maps anzeigen
Beschreibung: Co-Betreuung von Arnaud Pelletier und Wenchao Li, Luise Druke und Martina Trauschke

Vorstellung der Editionen und Rezeptionen von Leibniz nach 1716, Les Études philosophiques, Nr. 4, 2016

Nur sehr wenige Schriften von Leibniz - und insbesondere seine philosophischen Schriften – sind noch nicht vollständig veröffentlicht nach seinem Tod. Diese Situation ist dem Ausnahmecharakter des Handschriftenkorpus geschuldet. Diese Papiermasse suggerierte Leibniz ein Wort, das berühmt geblieben ist: "Wer mich nur durch meine veröffentlichten Schriften kennt, kennt mich nicht". (Brief an Placcius vom 21. Februar 1696; An II, 3,139). Das Fehlen hat für eine fortschreitende Redaktion von Grund auf historisch bedingt, was man über Leibniz in einem gegebenen Augenblick wissen konnte, indem man die Öffnung und die Schärfentiefe des Lesbaren variierte und dadurch die Rezeptionsmöglichkeiten bestimmt.

Bis heute, war die Geschichte der Leibnizschen Philosophie eng mit der Geschichte der fortschreitenden Veröffentlichung dieser Schriften verbunden, immer vollständiger, aber nie vollständig: Die Geschichte der Leibniz-Rezeption ist auch zu einem großen Teil die Geschichte einer anhaltenden Verachtung über ihn. Jede Epoche hat also ihr Leibnizsches Erbe aus der Fiktion erfunden, die sie von Leibniz' Denken haben könnte. Abhängig von den gefundenen Mustern und den Missverständnissen, die sie in ihrer Besonderheit verursachten, stellten wir uns das Porträt von Leibniz wiederum als Optimisten, Intellektuellen, Logiker, Idealisten usw.

Die Rezeption der Leibnizschen Philosophie begann daher, da sich das Korpus bot, mit einem Fehler, der sie nachhaltig verdunkelt hatte: Es war die Wiederaufnahme gewisser Leibnizianischer Philosopheme – und nur einiger in gewissem Sinne – durch Christian Wolff. Seitdem kann man nie sicher sein, dass die Hervorhebung gewisser Leibniz-Gedanken nicht den Schatten eines Irrtums in sich trägt. Es ist dieser Kant - der selbst auf Leibniz gewisse Irrtümer anführte - der in "Antwort auf Eberhard" bemerkt:

[Leibniz] wurde “von vielen Gegnern, die ihn nicht verstanden, gezwackt, aber auch von seinen vorgeblichen Anhängern und Auslegern malträtiert (…) wie es auch andern Philosophen des Alterthums ergangen ist, die wohl hätten sagen können: Gott bewahre uns nur vor unseren Freunden; vor unsern Feinden wollen wir uns wohl selbst in Acht nehmen” (Ak VIII, S. 247)..

Die Rezeptionsgeschichte von Leibniz lässt sich jedoch nicht auf einen grauen Fehlerkatalog für Philosophielehrbücher reduzieren, die dieselben Schulformeln überliefern: Diese Rezeption wurde von Anfang an jenseits dieser markierten Pfade erfunden und erfindet sich vor allem bis heute immer wieder neu.

Veranstalterinnen: Harvard-MIT-Alumni Akademie der LUH in Kooperation mit der Neustädter Hof- und Stadtkirche und dem Treffpunkt Ästhetik 21

Anmeldung unter: studio.artistico@htp-tel.de oder Tel. 39 40 215, unter Beachtung der 3 G Regel, mit Schutzmaske und im respektvollen Umgang mit den Anderen
Veranstaltungsort:
Adresse: Neustädter Hof- und Stadtkirche
Rote Reihe 8
30169 Hannover
Veranstalter:
Adresse: Studio Artistico
Telefon: 0511 / 39 40 215
E-Mail: studio.artistico@htp-tel.de
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