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Nicolás Gómez Dávila: Der Außensteher auf dem Weg zur philosophisch-literarischen Legende |
| Beginn: |
06.01.2012 18:30 |
| Karte: |
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Für diesen
„Einsiedler von der Art der großen Wüstenväter” gab es „kein Verweilen in besseren Zeiten:
er suchte vielmehr nach einem Schlupfloch,
um der Geschichte zu entkommen.”
(Martin Mosebach über Nicolás Gómez Dávila)
Philosophisch-literarisches Neujahrs-Wochenende
mit Dr. Gerd B. Achenbach, dem Begründer Philosophischen Praxis
im „Romantischen Eifelhotel Villa Kronenburg” in Kronenburg /Eifel
Beginn: Freitag abend, 6. 1. 2012
Ende: Sonntag mittag, 8. 1. 2012
Wie viele philosophische oder literarische Halbgewichte wollen nicht originell, einmalig, etwas Besonderes sein! Einer ist es: der Kolumbianische Modernitätssaboteur Nicolás Gómez Dávila (1913-1994), der das Schreiben von Aphorismen zur Lebensform entwickelte.
Ich weiß keinen, den uns das schreckliche 20. Jahrhundert angespült hätte, der so unerschrocken, lakonisch, heilsam-böse unliebsame Wahrheiten aussprach wie dieser Erzreaktionär und radikalkatholische Dissident. Ein Beispiel, das erahnen läßt, was uns erwartet, wenn wir den Mut aufbringen, diesen Menschen auf uns loszulassen:
„Der Unglaube ist nicht Sünde, sondern Strafe.”
Ähnlich heißt es einmal in „Einsamkeiten”:
„Die moderne Welt wird nicht bestraft werden. Sie ist die Strafe.”
Was ist übrigens für diesen Sonderdenker ‒ im Gegensatz zum Unglauben - der Glaube? Antwort:
„Reinigung von der Intelligenz.”
So schlagen seine „unzeitgemäßen Gedanken” ein.
Ist Dávila „Philosoph”? Ja, aber nur, wenn wir diesen einsamen (auch vereinsamenden) Ehrentitel nicht mit der Verwaltung einer Hochschulprofessur verwechseln ... Denn von der Universität, wo die „Philosophie nur Winterschlaf hält”, hielt er wenig: So ein Professor sei schon zufrieden, wenn er „die ihm überlieferten Ideen einbalsamiert”.
Ist er ein „Gläubiger”? Ja, aber nur, wenn das zugleich heißt: sich über die Menschen keine Illusionen zu machen. Dávila: „Der Antichrist ist vermutlich der Mensch.”
Man hört heraus, er ist ein Radikaler. So einer beharrt darauf, daß „die Kathedralen nicht errichtet wurden, um den Tourismus zu fördern”.
Und von den Geflissenheiten der Religionsmodernisierer hielt er so viel, daß ihm nur noch Sarkasmen dazu einfielen:
„Der Linkskatholizismus ist die Prätention, Thesen zu taufen, die sich nicht bekehrt haben.”
Wir werden uns an diesem Wochenende nicht nur den Attacken dieses wirklichen Ausnahme-Denkers aussetzen, sondern uns zugleich die Frage vorlegen, für welche Geister dieser Außen- und Abseitssteher zur Hoffnung im Zwielicht unserer fortwurstelnden Zeiten wurde - ausgerechnet einer, der mit so unbeirrt scharfem Verstand den Fanatismen von Rechts wie Links widerstand.
Vielleicht sind es die, die als Leser erst munter werden, wenn es „hinter” den Sätzen noch etwas zu entziffern gibt? Ich denke wirklich: Für sie hat Nicolás Gómez Dávila geschrieben.
Beispiel: Der Mensch sei das Problem, für das es „keine menschliche Lösung” gebe. Wer da etwas „versteht”, begreift auch dieses grandios-schlichte Diktum:
„Was nicht religiös ist, ist nicht interessant.”
Oder dieses, das mir seit langem zu einem Leitsatz wurde:
„Wenn wir an Gott glauben, dürfen wir nicht sagen: Ich glaube an Gott. Sondern: Gott glaubt an mich.”
Zuletzt: Ich schätze Dávila als vorzüglichen Gewährsmann Philosophischer Praxis. Jedenfalls könnte uns der folgende Aphorismus zum Motto dienen:
„Die kranke Seele gesundet nicht, indem sie ihre armseligen Konflikte unterdrückt, sondern indem sie sich in edle Konflikte stürzt.”
Das Wochenende wird mehr als „nur interessant” werden ...
Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung auf der
Homepage.
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| Veranstaltungsort: |
| Adresse: |
Eifelvilla Kronenburg Burgbering 12 53949 Dahlem-Kronenburg |
| Veranstalter: |
| Adresse: |
Gesellschaft für Philosophische Praxis (GPP e.V.) Dr. Gerd B. Achenbach |
| Telefon: |
02202 59646 |
| E-Mail: |
post@gerd-achenbach.de |
| Homepage: |
http://achenbach-pp.de |
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