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Titel: Vom Ursprung der Geschichte: Die Griechische Tragödie oder Das Verhängnis und seine 'historische' Entwicklung
Beginn: 11.11.2011 20:00
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Beschreibung: Die Dramaturgie der griechischen Tragödie erzählt den stringenten Fortgang aus einer alltäglichen Begebenheit, in der sich die Protagonisten ganz nach dem Selbstverständnisse der gewohnten Sittlichkeit, und also ganz normal, verhalten und handeln. Aus dem Vollzuge der Normalität oder des Selbstverständlichen, und also ohne ein grundlegendes Bedenken der aktuellen Situation und ihrer Konsequenzen, resultiert das – anscheinend – schicksalhafte Verhängnis. In subtil differenzierten Schritten erzählt sich die Geschichte des Verhängnisses: vom bedenkenlosen Vollzuge des Normalen und sittlich Gebotenen über die mannigfachen Dissonanzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit, die anfangs in ganz selbstverständlicher Pragmatik beiseite gesetzt werden, bis hin zum Starrsinn, der sich stolz darin geriert, die zunehmende Offenkundigkeit des Unzulänglichen und Widersprüchlichen zu leugnen.
Nicht ein götterverhängtes Schicksal schlägt verhängnisvoll zu und geleitet die Protagonisten in eine dann unlösbare Konfliktsituation, sonder vielmehr verweisen die Götter den Menschen immer und immer wieder auf die Notwendigkeit, das Wahre der problematischen Situation von Grund auf oder radikal zu bedenken und daraufhin erkenntnisbegründet zu handeln. Doch verweigern die Menschen diesen Rat der Götter, so dass nur noch die Katastrophe sich ereignen kann. Die – wider jeden Hinweis der Götter wohl erwogene – Feigheit der Protagonisten, im Anblicke des problematischen Sachgehaltes der Forderung nach Erkenntnis zu genügen und dann erkenntnisbegründet eine verhängnisschwangere Situation zu beantworten und in der Eröffnung einer gesteigerten Zukunft aufzuheben; – diese Feigheit der Protagonisten und nicht ein von den Göttern über die Menschen verhängtes Schicksal oder gar ein von uralt her sich tradierender Fluch resultiert stringent in die Katastrophe.
In der griechischen Tragödie verstricken sich die Protagonisten – aus eigenem Grunde her wohl entschieden – selbst in eine verhängnisvolle Situation, die sich dann nur noch in einer Katastrophe auflösen kann. Die großen tragischen Charakteren wie etwa ein Oedipus, eine Antigone, ein Prometheus etc. werden nicht, wie gewöhnlich gesagt wird, „schuldlos schuldig“, sondern, wie es Zeus zu Beginn der Odyssee sagt: „Welche Klagen erheben die Sterblichen wider die Götter! / Nur von uns, wie sie schreien, kommt alles Übel; und dennoch / Schaffen die Toren sich selbst, dem Schicksale entgegen, ihr Elend.“
Die Geschichte vom notwendigen Fortgange eines Widerspruches zur Katastrophe – aus dem Grunde der bedenkenlosen Feigheit vor der Erkenntnis – erzählt die griechische Tragödie.
Veranstaltungsort:
Adresse: KULTURHALLE RÖDERMARK / Graf-Reinhardt-Saal
Dieburger Straße 27
63322 RÖDERMARK
Veranstalter:
Adresse: FORUM - RÖDERMARK
Dr. Rüdiger E. Böhle
Telefon: 06074 - 98 5 89
E-Mail: indiscernibilium@hotmail.de
Homepage: http://www.management-strategien.de

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