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Titel: Philosophiecafé: Neid
Beginn: 02.10.2011 15:00
Karte: Bei Google Maps anzeigen
Beschreibung: Über Neid reden wir nicht gern, denn in der christlich-abendländischen Tradition ist Neid eine der sieben Todsünden. Kein Wunder das Neid als eine der übelsten Empfindungen gilt, eine Neiddebatte scheinbar unmöglich ist. Dies war nicht immer so. Im antiken Griechenland wurde zwischen positiven und negativem Neid unterschieden, zwischen konstruktivem Neid und bloßer Missgunst. Platon betonte, dass Neid keine bloße individuelle oder sogar irrationale Empfindung ist, sondern ein soziales und politisches Korrektiv, z.B. ein Hinweis auf gesellschaftliche Verfallserscheinungen.
Dieses sehr differenzierte Urteil der klassischen griechischen Philosophie hielt sich nicht lange. Neid wird nur noch als Ursache von Unlustgefühlen gesehen - ist daher zu verwerfen. Durch die Christianisierung ging die Differenzierung und der positive Anteil völlig verloren. Nur der preußische Staatsphilosoph Hegel machte in seiner Rechtsphilosophie auf ein aktuelles Problem aufmerksam: dass es nämlich zu Zorn und innerer Empörung gegen die Reichen, gegen die Gesellschaft, die Regierung usw. kommen müsse, wenn sich unverhältnismäßige Reichtümer in wenige Hände konzentrieren.
Die falsche Gleichsetzung von Neid und Missgunst verhindert letztlich eine Auseinandersetzung mit diesem wichtigem Thema.

Kursleitung: Marit Rullmann
15:00 - 17:00 Uhr
5€

Eine Anmeldung ist über die Homepage möglich.
Veranstaltungsort:
Adresse: Café Villa
Bulmker Str. 117
45888 Gelsenkirchen
Veranstalter:
Adresse: VHS Gelsenkirchen
Bernhard Müller
Telefon: 0209 169-2838
E-Mail: bernhard.mueller@gelsenkirchen.de
Homepage: http://www.vhs-gelsenkirchen.de

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