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Titel: Lust am Denken | Vom Mythos der Möglichkeit des Unpolitischen
Beginn: 06.06.2026 16:00
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Beschreibung: Lust am Denken | Vom Mythos der Möglichkeit des Unpolitischen

Warum sich das Politische nicht weg definieren lässt

Eine Diskussionsveranstaltung unter Leitung von Dr. Christian Rabanus

Samstag, 6.6.2026, 16-18 h, Foyer der Kunsthalle im Kunsthaus, Schulberg 10, 65183 Wiesbaden

Der kürzlich ausgetragene Eurovision Song Contest (ESC) in Wien ging einher mit Protesten gegen die Teilnahme von Noam Bettan, der für Israel in den Wettbewerb startete. Es war im Vorfeld innerhalb der European Broadcasting Union (EBU), die den ESC veranstaltet, über eine Suspendierung Israels diskutiert worden. Eine Reihe von Ländern, darunter mit Spanien einer der größten Geldgeber für den Wettbewerb und mit Irland eines der erfolgreichsten Länder in der Geschichte des ESC, sagten ihre Teilnahme aus Protest ab. Als Begründung dafür wurde u.a. von Spanien vorgebracht, dass Israel einerseits selbst seine musikalischen Beiträge politisch missbrauche, dass die israelische Armee andererseits in Gaza einen Genozid begehe: „Der Eurovision Song Contest ist ein Wettbewerb, Menschenrechte dagegen sind es nicht“, so José Pablo López, der Präsident des spanischen RTVE, in einem Statement im Dezember 2025.

Die Befürworter der Teilnahme Israels, unter anderem ORF-Generaldirektor Robert Weißmann, berufen sich auf den Charakter des ESC als musikalischer, nicht politischer Veranstaltung. Im Code of Conduct (CoC) des ESC ist im Einklang mit dieser Haltung explizit festgehalten, dass der ESC eine „freudvolle, nicht-politische Veranstaltung sei, die Musik und Kultur feiert“.

Die Frage, wie man sich zu einer Großveranstaltung stellen und/oder verhalten sollte, die für sich selbst unpolitisch zu sein beansprucht, die aber politisch wirkt und/oder an der aber mehr oder weniger dubiose Akteure eine teilweise wichtige Rolle spielen, wird derzeit genauso im Hinblick auf die in Nordamerika in diesem Jahr ausgetragene Fußball-Weltmeisterschaft gestellt wie beispielsweise im Blick auf die Kunst-Biennale in Venedig, bei der erstmals seit 2022 aufgrund der Entscheidung der Biennale-Leitung wieder die Russische Föderation offiziell den russischen Pavillon auf dem Biennale-Gelände bespielt.

Es stellt sich die Frage, ob sich das Politische mittels eines CoC oder anderer Statuten einfach aus einer Veranstaltung weg definieren lässt – und diese Frage stellt sich nicht nur angesichts von Veranstaltungen wie den genannten, auf die einzelne Individuen nur in Ausnahmefällen Einfluss haben, sondern auch bezogen auf Entscheidungen, die jeder Mensch teilweise jeden Tag zu treffen hat. Wie sehr ist also z.B. der Besuch einer Sportgroßveranstaltung oder einer internationalen Kunstausstellung politisches Agieren? Wie sehr die Urlaubsreise nach Madeira? Oder der Bezug von Erdgas zum Heizen? Kann sich der einzelne Mensch auf die Position zurück ziehen, dass er/sie ja nur an der Kunst, der Musik oder dem Sport interessiert sei, bzw. dass er/sie ja doch irgendwie heizen oder auch mal Urlaub machen müsse?

Am ersten Samstag im Juni soll mit Lust am Denken der Frage nachgegangen werden, wie weit dieses Politische zu fassen ist, ob es unpolitisches Agieren im öffentlichen Raum überhaupt geben kann, ob auch das Private politisch sein kann und wo die Grenze zwischen privat und öffentlich, politisch und unpolitisch gezogen werden kann oder sogar muss.

Teilnahmemodalitäten

Um die Planung der Veranstaltung zu erleichtern, bitten wir um eine formlose Anmeldung per E-Mail an info@phaenopraxie.de bis Donnerstag, 4.6.2026, 15.00 h. Diese Anmeldung erleichtert die Detailplanung (wie z.B. die Vorbereitung einer passenden Zahl an Arbeitsblättern und/oder Handouts). Aber auch eine spontane Teilnahme an einer Veranstaltung ist möglich.

Für die Teilnahme an der Veranstaltung wird ein Unkostenbeitrag von 10,00 € beim Einlass zur Veranstaltung erhoben.

Diese Ankündigung ist auch unter https://www.phaenopraxie.de/event/lust-am-denken-2026-06-06/ zu finden.
Veranstaltungsort:
Adresse: Kunsthaus Wiesbaden
Schulberg 10
65183 Wiesbaden
Veranstalter:
Adresse: Institut für Phänopraxie
Dr. Christian Rabanus
Telefon: +49 611 5828138
E-Mail: info@phaenopraxie.de
Homepage: https://www.phaenopraxie.de

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